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Getrennt und trotzdem verletzt – wenn du wieder einspringen musst

Autorenbild: Vanessa Keller
Vanessa Keller
vor 4 Stunden
2 Min. Lesezeit
Wenn er absagt und du wieder umplanst.
Wenn er absagt und du wieder umplanst.

„Morgen klappt’s bei mir doch nicht.“

Das ist die ganze Nachricht. Du sitzt am Küchentisch, klappst deinen Kalender auf und gehst im Kopf schon durch, was du morgen verschieben kannst. Eigentlich sollte er die Kinder abholen. Jetzt weißt du nur, dass er es nicht macht. Wer es stattdessen macht, steht da nicht.


Und noch bevor du antwortest, merkst du, wie wütend dich das macht. Du wolltest morgen einfach mal deinen eigenen Termin wahrnehmen. Jetzt bist du wieder diejenige, die telefoniert, umplant und am Ende irgendwie dafür sorgt, dass die Kinder abgeholt werden.


Du willst einmal hören, dass er sieht, was an dir hängen bleibt

Wenn du froh bist, dass ihr getrennt seid, kann dich dieser Wunsch selbst überraschen. Du möchtest mit ihm gar nicht wieder zusammen sein. Und trotzdem würde es dir etwas bedeuten, wenn er einmal sagt: „Ich sehe, dass du schon wieder umplanen musst, weil ich absage.“


Gerade wenn der Alltag mit den Kindern ohnehin überwiegend bei dir liegt, trifft dich so eine Nachricht an einer Stelle, die du gut kennst. Du hast schon oft gehört, dass etwas bei ihm nicht geht. Was es dich kostet, es trotzdem möglich zu machen, bleibt meistens unausgesprochen.


Und selbst wenn er es anerkennt, ist damit die Abholung morgen noch offen. Du darfst dir beides wünschen. Dass er versteht, warum dich das verletzt. Und dass er sich an einer Lösung beteiligt.


Was du auf die Absage antworten kannst

Bevor du ihm schreibst, schau auf deinen Kalender und frag dich, ob du morgen überhaupt übernehmen kannst. Wenn dein eigener Termin feststeht, darf deine Antwort kurz sein.

„Wir hatten vereinbart, dass du die Kinder morgen abholst. Ich habe zu der Zeit einen Termin und kann die Abholung nicht übernehmen. Welche Lösung kannst du organisieren?“


Wenn du am Ende doch einspringst, weil die Kinder eine verlässliche Betreuung brauchen, darfst du später noch einmal auf die Absage zurückkommen. Auch wenn du es dieses Mal aufgefangen hast, könnt ihr besprechen, wie ihr künftig mit kurzfristigen Änderungen umgeht und wer sich dann um Ersatz kümmert.


Wenn du ihm sagen willst, was dich daran verletzt

Das kannst du auch später ansprechen, wenn die Abholung geklärt ist. Dann kannst du bei dem bleiben, was du ihm eigentlich sagen wolltest. „Wenn du so kurzfristig absagst und ich wieder alles umplanen muss, fühle ich mich damit allein. Ich wünsche mir, dass du siehst, was das für meinen Alltag bedeutet.“


Ob er darauf eingeht, liegt bei ihm. Deine Zeit zählt auch dann, wenn ihr das unterschiedlich seht.


In der Hauptfolge  spreche ich darüber, warum du dir diese Anerkennung nach der Trennung noch wünschen kannst und wie du das aussprichst, ohne dich wieder in langen Erklärungen zu verlieren.


In der Bonusfolge bei Look Closer Plus  geht es darum, wann ein Gespräch über deine Verletzung sinnvoll sein kann und wie du bei deinem Anliegen bleibst, wenn er abwertet, ausweicht oder schweigt.


Wir lesen uns nächste Woche wieder.


Bis dahin, alles Liebe!


 
 
 

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