Elternschaft nach der Trennung: Verantwortung fairer verteilen


„Ich kann die Kinder morgen nicht abholen.“ - Du liest die Nachricht und gehst im Kopf schon deinen Kalender durch. Welchen Termin kannst du verschieben? Wer könnte einspringen? Und warum suchst eigentlich gerade du nach einer Lösung?
Vielleicht ist es bei euch auch umgekehrt: Du musst absagen und hoffst, dass der andere Elternteil übernehmen kann. Solche Situationen gehören zum Familienalltag. Entscheidend ist, ob ihr euch gegenseitig auffangt – oder immer dieselbe Person alles möglich macht.
Nach einer Trennung müssen deshalb auch Zuständigkeiten einen neuen Platz finden. Was ihr vorher stillschweigend so gemacht habt, passt vielleicht nicht mehr zu eurem Leben in zwei Haushalten.
Abgeben wollen und abgeben können
Ich bin selbst Mama im Wechselmodell. Nach meiner Trennung habe ich vieles bewusst abgegeben. Leicht ist mir das trotzdem nicht gefallen.
Diese beiden Seiten gehören für mich zusammen: Ich wollte Verantwortung teilen und musste mich zugleich daran gewöhnen, sie nicht mehr überall selbst zu tragen.
Natürlich hängt das auch davon ab, wie sehr der andere Elternteil Verantwortung übernehmen will und tatsächlich übernimmt. „Du musst einfach loslassen“ greift zu kurz, wenn Zusagen nicht halten und notwendige Dinge liegen bleiben.
Wo Verlässlichkeit da ist, entsteht allerdings eine andere Frage: Kann ich zulassen, dass etwas anders gemacht wird, als ich es machen würde?
Ein anderer Ablauf darf seinen Platz haben, solange die Kinder gut versorgt sind und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.
Wer erledigt die Aufgabe – und wer behält sie im Kopf?
Die Sportsachen einzupacken ist eine Aufgabe. Den Sporttag zu kennen, rechtzeitig zu waschen und an Änderungen zu denken, gehört ebenfalls dazu.
Bleibt dieses Mitdenken bei dir, kann sich selbst eine scheinbar gute Aufteilung anstrengend anfühlen. Du organisierst weiterhin, obwohl jemand anderes einzelne Dinge erledigt.
Ein erster hilfreicher Blick gilt deshalb einer einzigen wiederkehrenden Aufgabe: Ist wirklich klar, wer sie im Blick behält? Oder funktioniert sie nur, weil du daran erinnerst?
Daran lässt sich oft genauer erkennen, wo Entlastung fehlt, als an der Frage, wer diese Woche mehr Handgriffe übernommen hat.
Fair ist mehr als halbe-halbe
Arbeitszeiten, Wege und die Bedürfnisse eurer Kinder lassen sich nicht immer gleichmäßig aufteilen. Eine faire Lösung muss zu eurem tatsächlichen Alltag passen.
Dabei zählt auch, wer regelmäßig umplant und wer freie Zeit verlässlich nutzen kann. Eine einzelne Absage ist etwas anderes als die dauerhafte Erwartung, dass du schon einspringen wirst.
Hilfreich ist die Frage: Welche Verantwortung trägt jeder von uns verlässlich – und welche Freiräume ermöglicht das für uns beide?
Das setzt voraus, dass beide bereit sind, ihren Teil zu tragen. Wenn diese Bereitschaft fehlt, kannst du sie nicht durch noch mehr eigene Anstrengung ersetzen.
Und was bedeutet das für eure nächste Absprache?
Kehren wir zur Nachricht vom Anfang zurück: „Ich kann die Kinder morgen nicht abholen.“
Vielleicht ärgert dich weniger diese eine Fahrt als die Selbstverständlichkeit, mit der die Organisation wieder bei dir landet. Vielleicht brauchst du diesmal nur eine unkomplizierte Ausnahme. Diesen Unterschied zu erkennen, kann helfen, das eigentliche Anliegen anzusprechen.
Genau an solchen Alltagssituationen setzt Episode 21 von Look Closer: „Elternschaft nach Trennung – Aufgaben fair verteilen“ an.
Wenn du dich zwischen Einspringen, Erinnern und dem Wunsch nach einer verlässlicheren Aufteilung wiedererkennst, hör hinein. Die Folge lädt dazu ein, eure Verantwortung mit einem genaueren Blick auf beide Eltern anzuschauen.
Für die anschließende Vertiefung gibt es die Bonusfolge zu Episode 21. Sie knüpft dort an, wo aus „So möchte ich es nicht mehr“ die Frage wird: „Wie gehe ich die Veränderung für mich konkret an?“
Wenn du deine Situation lieber im persönlichen Gespräch sortieren möchtest, begleite ich dich dabei. Gemeinsam schauen wir, was dich belastet, was du beeinflussen kannst und welcher nächste Schritt für dich passt.
Wenn du dir eine persönliche Begleitung wünschst, melde dich gerne bei mir persönlich.
Bis dahin, alles Liebe!





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