Warum du dich selbst manchmal nicht mehr wiedererkennst
- Vanessa Keller

- 11. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Manchmal passiert es ganz schleichend. Nicht an einem bestimmten Tag. Nicht nach einem bestimmten Ereignis. Und oft auch nicht nach einer großen Krise. Man wacht nicht morgens auf und denkt: „Ich bin nicht mehr ich selbst.“
Stattdessen schleichen sich kleine Veränderungen ein. Man wird gereizter. Müder. Ungeduldiger. Man zieht sich zurück. Man verliert die Freude an Dingen, die früher selbstverständlich waren.
Und irgendwann steht man vor dem Spiegel oder sitzt abends auf dem Sofa und denkt:
Wer bin ich eigentlich geworden?
Viele Frauen erschrecken in diesem Moment.
Nicht nur über die Situation, in der sie sich befinden.
Sondern über sich selbst.
Wenn das Leben immer voller wird
Die meisten von uns verlieren sich nicht, weil sie etwas falsch gemacht haben. Sondern weil das Leben immer voller wird. Verantwortung kommt dazu. Verpflichtungen kommen dazu. Menschen brauchen etwas von uns. Kinder brauchen etwas von uns. Der Alltag braucht etwas von uns.
Und oft reagieren wir darauf mit einer Eigenschaft, die eigentlich etwas sehr Schönes ist:
Wir kümmern uns. Wir organisieren. Wir tragen. Wir halten aus. Wir funktionieren.
Das Problem beginnt erst dann, wenn wir dabei vergessen, uns selbst mitzunehmen.
Die Frau, die du früher warst
Viele Frauen erzählen mir irgendwann von der Person, die sie einmal waren. Von Hobbys, die verschwunden sind. Von Träumen, die irgendwo liegen geblieben sind. Von Eigenschaften, die sie an sich selbst mochten.
Leichtigkeit. Spontanität. Neugier. Humor.
Nicht weil diese Dinge wirklich verschwunden wären. Sondern weil sie unter einer Menge Verantwortung begraben wurden.
Manchmal ist die Frau von früher noch da. Sie kommt nur kaum noch zu Wort.
Warum uns das Angst macht
Das Gefühl, sich selbst nicht mehr wiederzuerkennen, macht vielen Menschen Angst. Weil Identität Sicherheit gibt. Wir möchten wissen, wer wir sind. Wofür wir stehen. Was uns wichtig ist.
Wenn dieses Bild ins Wanken gerät, entsteht Unsicherheit.
Dabei bedeutet dieser Moment oft nicht, dass etwas kaputt gegangen ist.
Manchmal bedeutet er einfach nur, dass etwas Aufmerksamkeit braucht.
Du musst nicht sofort alles verändern
Eine der häufigsten Reaktionen auf dieses Gefühl ist Aktionismus. Menschen suchen nach schnellen Antworten. Nach Entscheidungen. Nach Lösungen.
Doch oft beginnt Veränderung viel früher.
Nicht mit einer großen Entscheidung.
Sondern mit einer ehrlichen Beobachtung.
Vielleicht geht es heute noch gar nicht darum, dein Leben umzukrempeln.
Vielleicht geht es zunächst nur darum, wahrzunehmen, wie es dir wirklich geht.
Ohne Bewertung. Ohne Schuldgefühle.
Ohne den Anspruch, sofort etwas ändern zu müssen.
Vielleicht bist du nicht verloren gegangen
Vielleicht bist du nicht verschwunden. Vielleicht bist du nur sehr lange für alle anderen da gewesen. Vielleicht hast du dich selbst immer wieder hinten angestellt.
Vielleicht war einfach keine Zeit. Keine Kraft. Kein Raum.
Und vielleicht beginnt der Weg zurück nicht damit, jemand anderes zu werden.
Sondern damit, wieder mehr du selbst zu sein.
Wenn dich dieser Gedanke beschäftigt, dann hör gerne in die aktuelle Folge von Look closer hinein. Dort spreche ich über den Moment, in dem wir uns selbst irgendwo auf dem Weg aus den Augen verlieren – und warum dieses Gefühl vielen Frauen vertrauter ist, als sie zunächst glauben.
In der dazugehörigen Bonusfolge von Look closer Plus gehen wir noch einen Schritt weiter. Dort schauen wir gemeinsam darauf, wie du wieder mehr Zugang zu dir selbst finden kannst, welche Fragen dir dabei helfen und warum Veränderung oft viel früher beginnt, als wir denken.
Manchmal hilft es schon zu merken, dass man mit seinen Gedanken nicht allein ist.
Alles Liebe,





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