Warum wir uns in Krisen oft selbst fremd werden
- Vanessa Keller

- vor 5 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

„Ich erkenne mich selbst nicht mehr.“ Es ist einer der Sätze, die ich immer wieder höre. Von Frauen in Trennungen. Von Frauen in Beziehungskrisen. Von Frauen, die jahrelang funktioniert haben und irgendwann feststellen, dass sie sich selbst irgendwo auf dem Weg verloren glauben.
Ich kenne diesen Gedanken auch. Nicht, weil plötzlich alles anders war. Sondern weil sich vieles Stück für Stück verändert hatte. Man übernimmt Verantwortung. Kümmert sich um andere. Trifft Entscheidungen. Hält aus. Macht weiter. Und irgendwann schaut man auf sein Leben und fragt sich, wann man eigentlich aufgehört hat, sich selbst zuzuhören.
Vielleicht haben wir uns gar nicht verloren
Lange Zeit dachte ich, dass das Ziel darin besteht, wieder die Frau zu werden, die ich einmal war.
Die Frau vor den Krisen. Vor den Veränderungen. Vor den Erfahrungen, die mein Leben geprägt haben. Heute sehe ich das anders.
Denn die Wahrheit ist: Das Leben hinterlässt Spuren. Kinder hinterlassen Spuren. Verantwortung hinterlässt Spuren. Krankheit hinterlässt Spuren. Verluste hinterlassen Spuren.
Und auch die schönen Erfahrungen verändern uns.
Warum also erwarten wir von uns selbst, dieselbe Frau zu bleiben?
Die Sehnsucht nach früher
Wenn wir uns unsicher fühlen, schauen wir oft zurück. Dorthin, wo wir uns auskennen.
Dorthin, wo die Dinge vermeintlich einfacher waren. Doch die Vergangenheit wirkt oft nur deshalb sicher, weil wir sie bereits kennen. Die Zukunft verlangt etwas anderes.
Vertrauen.
Nicht in perfekte Antworten. Sondern in uns selbst.
Die Frau, die du heute bist
Vielleicht geht es nicht darum, die Frau wiederzufinden, die du einmal warst.
Vielleicht geht es darum, die Frau kennenzulernen, die du heute bist.
Mit allem, was sie erlebt hat. Mit ihren Erfahrungen. Mit ihrer Stärke. Mit ihren Zweifeln. Mit ihrem Mut.
Denn Entwicklung bedeutet nicht immer, jemand Neues zu werden.
Manchmal bedeutet sie einfach anzuerkennen, dass wir uns verändert haben.
Und dass das in Ordnung ist.
Das Leben von uns Frauen ist keine To-do-Liste.
Es ist ein Geschenk.
Über diesen Gedanken spreche ich auch in Episode 8 meines Podcasts Look closer.
Wenn du dich gerade an einem Punkt in deinem Leben befindest, an dem sich vieles anders anfühlt als früher, hör gerne hinein.
Alles Liebe,





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